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Vergangene Ausstellung

Videoblock 2 - Videokunst aus Budapest

29. November 2006 - 06. Dezember 2006

Videoblock 2 bietet die seltene Möglichkeit, aktuelle Videokunst aus Budapest in höchster Qualität kennenzulernen. Gegenübergestellt werden Arbeiten, die Zugänge zu unterschiedlichen öffentlichen Räumen und gesellschaftlichen Zusammenhängen in Budapest schaffen (Kuratorin: Monika Wucher, Hamburg) und experimentelle Videos (Janos Sugár, Budapest)

Achtung:

Geänderte Öffnungszeiten !!!

Eröffnung:

Mittwoch, den 29.11.06 um 20:00 Uhr

Monika Wucher stellt Videos vor, die sich mit der City Budapest beschäftigen.

Event:

Sonntag, den 03.12.06 von 11:00 - 14:00 Uhr

Janos Sugar zeigt aus einem Zeitraum von fünf Jahren nicht auf Sprache basierende Videos der wichtigsten Budapester Videokünstler.

Event:

Dienstag, den 05.12.06 um 20:00 Uhr

Janos Sugar stellt das Intermedia Department Budapest vor, die Medienkunsthochschule Budapest, die schon vor der Wende auf Eigeninitiative von Künstlern entstanden ist.

 

Screenings

Do,

30.11.

19:00 - 21:00 Uhr

Fr,

01.12.

17:00 - 20:00 Uhr

Sa,

02.12.

12:00 - 15:00 Uhr

So,

03.12.

11:00 - 17:00 Uhr

Mo,

04.12.

18:30 - 22:00 Uhr

Di,

05.12.

18:00 - 20:00 Uhr

Mi,

06.12.

18:30 - 22:00 Uhr

 
 

"The city is wearing your image"

zusammengestellt und eingeleitet von Monika Wucher

Die Auswahl an Videos umfasst Arbeiten, die Zugänge zu unterschiedlichen öffentlichen Räumen und gesellschaftlichen Zusammenhängen in Budapest schaffen.

Diese Videos stellen tragfähige Kommunikationsebenen zwischen voneinander abgegrenzten Gruppen der Gesellschaft her.

 

Teil 1

Der erste Teil des Programms gibt Einblick in historische und mediale Repräsentationen der Stadt und interpretiert sie neu.

 

János Fodor / Tibor Horváth

"Apropópriésön" (Appropopriation), 2004, DVD

Szenen aus acht Spielfilmen lieferten die Bilder zu diesem Video. Alle wurden in der realen Stadtkulisse Budapests gedreht, dabei handelt es sich um unterschiedlichste Produktionen aus Europa, Indien und den USA. Das Video setzt die Szenen in neuer Folge und zu einer neuen Narration zusammen.

 

Gábor Zsigmond Papp

"Budapest retró I / II", 1998 / 2003, DVD

Budapest retro ist eine Zusammenstellung von Ausschnitten aus Werbe-, Nachrichten-, und Propagandafilmen der 1960er und 70er Jahre. Sie berichten vom Budapester Alltag dieser beiden Jahrzehnte. Die Auswahl und Anordnung des Archivmaterials zu thematischen Episoden beleuchtet die prägendsten Bereiche des urbanen Lebens jener Zeit. Gezeigt werden die Episoden: "The Streets of Budapest", "The Celebrations of Budapest" und "The Weekends in Budapest".

 
Videostill aus "The Celebrations of Budapest"
 

János Sugár

"Perzsa Séta" (Persian Walk), 1985 / 1988 / 2002, 16 mm / DVD

Zwei Flaneure spazieren durch die Straßen der Budapester Innenstadt und unterhalten sich über Weltpolitik und internationale Wirtschaftsthemen. Stimmen aus dem Off kommentieren das Stadtbild - allerdings aus einer Perspektive, die einige Jahrzehnte in der Zukunft angesiedelt ist. Möglicherweise im Heute?

 

Teil 2

Im zweiten Teil werden künstlerische Verfahren vorgestellt, die verschiedene partizipatorische Ansätze verfolgen.

 

Tibor Hajas

"Öndivatbemutató" (Self-Fashion-Show), 1976 / 2006, 35 mm / DVD

Passanten auf dem Moskau-Platz in Budapest werden gebeten, für den Film einen Moment Modell zu stehen.

 
Videostill aus "Self-Fashion-Show"
 

Lilla Khoór / Will Potter

"Miklós Khoór's vision of the Inca-Maya culture in Hungary", 2004 -2005, DVD

Miklós Khoór betreibt im Stadt- und Umraum Budapests prähistorische Studien anhand eigener Steinfunde und nimmt eine Gegenposition zur Scientific Community ein.

 
Videostill aus "Miklós Khoór's vision of the Inca-Maya culture in Hungary"
 

Attila Menesi / Christoph Rauch

"Open House", 2001-2005, DVD

Das Projekt macht die größte Budapester Institution für zeitgenössische Kunst in all ihren Verästelungen zugänglich. Repräsentanten der verschiedenen Abteilungen der Kunsthalle äußern sich selbst zur Art und zum Zweck ihrer Tätigkeit.

 

Miklós Erhardt

"Havanna", 2006, DVD

Der Künstler erläutert seinen Entschluss, ein "Advice Seeking Office" in Havanna, einer Plattenbausiedlung am Rande Budapests, einzurichten.

 

Gergely László

"Csoportkép a laki cigánysoron" (Gruppenbild in der Roma-Siedlung Lak), 2006, DVD

Das Video dokumentiert die Entstehung eines fotographischen Porträts der Bewohner einer Roma-Siedlung.

 

Special Compilation

János Sugár zeigt 90 Minuten lang Arbeiten der wichtigsten ungarischen Videokünstler. Eine Auswahl von acht bis zehn Videokünstlern (Hajnal Németh, Tamás Komorózcky, Szabolcs Kisspál, János Sugár selbst, und andere) zeigt mehr als eine Arbeit von jedem und dokumentiert so die Entwicklung ihres künstlerischen Denkens.

Die Arbeiten stammen aus den letzten fünf Jahren, basieren nicht auf Sprache und dauern nicht länger als 10 Minuten. Jedes Video wird von János Sugár eingeführt, am Ende des Screenings gibt es eine Diskussion.

 
 

Vor dem Zuschauer marschieren endlose Reihen von Kriegern, Soldaten, Revolutionären und Rebellen vorbei, als Hintergrund dazu sieht man die verschiedensten Regionen der Welt. Die Bilder gehen pausenlos ineinander über, wobei der Mittelpunkt unverändert bleibt: es ist das von allen getragene Sturmgewehr.

„Etwas übertrieben könnte man die Kalaschnikow auch als das Esperanto der Aggressivität bezeichnen. Die Aggressivität ist selbst in den kleinsten Ländern ein Statussymbol. In Somalia z. B. sagt ein beliebtes Sprichwort: “Ich und Somalia gegen die Welt, ich und mein Dorf gegen Somalia, ich und meine Familie gegen das Dorf, ich und mein Bruder gegen die Familie, ich gegen meinen Bruder."

/.../ Barry Sanders sagt, die Waffe sei die Schreibmaschine der Analphabeten. /.../ Der Mensch sei seiner Meinung nach ohne das sichere Wissen um seine eigene Identität nicht fähig, sich zum anderen Menschen sinnvoll zu verhalten. Den Zerfall der Psyche bringt Sanders mit dem Verfall der Schriftlichkeit in Zusammenhang. Nach seiner Auffassung werde das kritische Denken durch die Schriftlichkeit ermöglicht - Schriftlichkeit bedeutet hier natürlich nicht die bloße Fähigkeit des Schreibens und Lesens, sondern die Fähigkeit des Menschen, aus dem Gelesenen zu lernen und seine Einsichten mit anderen zu teilen. /.../ Gewalt werde durch den Zerfall der Evidenz der Identitäten produziert, und es ist bereits ein nächster Schritt, daß es die Schriftlichkeit sei, die uns nicht nur mit Kritik, sondern auch mit Empathie ausrüste. (Schöne Literatur als das Erleben von von uns nicht Erlebtem.)“

János Sugár

 

Bio Monika Wucher

Monika Wucher ist Kunsthistorikerin und Ethnologin und arbeitet in der interdisziplinären "projektgruppe" als Recherchierende und in der Organisation.

Diese Gruppe hat viele Kunstprojekte konzipiert und durchgeführt, die örtliche Themen behandeln, Topografien verknüpfen, interkulturelle Zusammenarbeit von Künstlern praktizieren und die Rolle von Kunst in regionalen und urbanen Konzepten thematisieren.

"projektgruppe" ist auch Herausgeber vom Journal for Northeast Issues, eine Zeitschrift, die sich mit Fragen urbaner Entwicklung und öffentlichen Plätzen und Orten beschäftigt.

 
 

Bio János Sugár

János Sugár (geb. 1958) studierte in der Skulpturenabteilung der Ungarischen Akademie für Bildende Kunst in Budapest. Parallel dazu nahm er aktiv an den Ausstellungen und Performances von INDIGO, einer interdisziplinären Untergrundkunstgruppierung teil. Er arbeitet in den Sparten Installation, Performance, Film und video. Sugár hat an nationalen und internationalen Ausstellungen wie Documenta IX, 1992, MANIFESTA I, Rotterdam 1996 teilgenommen. Seine Filme wurden 1998 bei den Anthology Film Archives in New York gezeigt. Seit 1990 lehrt Sugár Medientheorie im Intermedia Department der Ungarischen Kunstakademie. Er lebt in Budapest.

 
 

PENG! raum für kunst
Pflügersgrundstrasse 22
68169 Mannheim
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Mittwoch 17:00 - 20:00 Uhr
Samstag 12:00 - 15:00 Uhr

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