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Vergangene Ausstellung

Videoblock 3 - Neuseeland

23. Februar 2007 - 01. März 2007

Dieser Videoblock bietet wieder einmal die seltene Möglichkeit, einen Überblick über die Videokunst in Neuseeland von den 70er Jahren bis heute zu gewinnen.

Das Screening wird kuratiert von Leonhard Emmerling (St Paul St Gallery, Auckland, NZ) und Susanne Kaeppele, Mannheim.

Achtung:

Geänderte Öffnungszeiten !!!

Eröffnung:

Freitag, den 23.02.07 um 19:00 Uhr

Susanne Kaeppele führt in das Programm ein.

 

Info

Die weiteren Screenings werden als Archiv präsentiert: sprich es gibt mehr zu sehen als bei der Eröffnung und der geneigte Besucher darf sich Videos auswählen.

 

Screenings

Sa,

24.02.

15:00 - 18:00 Uhr

So,

25.02.

11:00 - 14:00 Uhr

Do,

01.03.

17:30 - 20:00 Uhr

 
 

Von den Pionieren der Videokunst in Neuseeland wie Darcy Lange oder Jim Allen, die in den 70er Jahren aktiv waren, geht die Entwicklung über Phil Dadson, ein internationaler Medienkünstler, der Klanginstallation, Video und Performance verbindet, zu Janet Lilo, die der Hip-Hop-Kultur in neuseeländischen Vorstädten nachgeht oder Ronnie van Hout, der klasse Filme mit betrunkenen Schimpansen drehte.

Das spezifisch Kiwilandartige wird vertreten von Natalie Robertson, die ein Maori-Mädchen beim Singen eines Volksliedes aufnahm, oder Alexandra Monteith, deren Video, betitelt "One farmer, 3 dogs, 120 sheep", prototypisch ist für das ferne Land, das sich genau auf der anderen Seite der Erdkugel befindet.

 

Jim Allen

"CONTACT: COMPUTER DANCE; PARANGOLE CAPES; BODY ARTICULATION/IMPRINT";

Dokumentation dieser Performances IN DER AUCKLAND ART GALLERY, 1974

Jim Allen, geboren 1922 in London, ist als konzeptueller Künstler in allen Medien zu Hause. In den 70er Jahren entstanden viele Performances, etwa die dreiteilige "Contact", die in der Auckland City Art Gallery 1974 aufgeführt wurde. In dem ersten Teil - "Computer Dance" - halten die Performer Infrarotlampen in den Händen und tragen schwarze Masken, dazu blinkt wie der Herzschlag enervierend weißes Licht und schrille Töne signalisieren die Unmöglichkeit jeglicher Kommunikation.

 
Videostill aus "Computerdance"
 
Videostill aus "Body Articulation/Imprint"
 
 

Darcy Lange

"JACK JURY, STOCKMAN, URUTI", NZ, 1974

"RUATORIA, STUDY OF SHEEP GATHERING AND A MAORI SHEARING GANG", 1974, PART I + II

Darcy Lange (1946-2005) gilt als Neuseelands Videopionier. Nach dem Studium in London begann er in den frühen 70er Jahren mit Videotapes unter dem Thema "People at Work". Nach seiner Rückkehr nach Neuseeland standen Schafhirten oder Landarbeiter im Zentrum seiner Aufmerksamkeit, aber auch Maori-Aktivisten, die um ihr Land kämpften. Typisch für seinen Stil sind lange Einstellungen und das genaue Beobachten der einzelnen Handlungen, sei es Schafescheren oder Bäumefällen.

 

PHIL DADSON

"EARTHWORKS", 1971

"BREATH (2 IN 1 DEMO)", 1975/1976

"UNCHARTED CROSSING", 1989/2004

"Earthworks" von 1971 besteht aus Filmmaterial, das an einem bestimmten Tag in verschiedenen Teilen der Welt aufgenommen wurde. "Breath" zeigt mehr als 25 Jahre vor Bill Violas "Nantes Triptych" (1992) eine Geburt und das Sterben eines alten Menschen parallel, sprich Geburt und Tod, die unabdingbaren Lebenskonstanten. "Uncharted Crossing" von 1989 ist ein vollständig experimenteller, struktureller Film, der auch Phil Dadsons andere große Leidenschaft dokumentiert, die Musik. 1974 gründete er seine Formation "From Scratch", die Video, Installationen, Klangskulpturen und Musik mit experimentellen Instrumenten verbindet. Mit "From Scratch" war Phil Dadson auch 2004 im ZKM in Karlsruhe zu Gast und ist seit vielen Jahren international erfolgreich.

 
Videostill aus "Breath"
 
Videostill aus "Uncharted Crossing"
 
 

Alexandra Monteith

"COMPOSITION WITH ONE FARMER, THREE DOGS AND 120 SHEEP", 2006

1977 in Belfast (Nordirland) geboren, verkörpert Alexandra Monteith eine junge Generation neuseeländischer Videokünstler. Nach dem Studium an der Elam School of Fine Arts in Auckland beschäftigte sie sich vielfältig mit dem Medium Video, auch im Zusammenhang mit den Themen Überwachung oder kommerzieller Gebrauch. Ihr Zugang ist aber in erster Linie experimentell, häufig gekoppelt mit surrealistischen Untertönen. Auch sie ist international erfolgreich.

 
Videostill aus "Composition with one farmer, 3 dogs, 120 sheep"
 
 

NATALIE ROBERTSON

"KIMIORA–MOTEATEA, TIKAPA BEACH", 2004

Natalie Robertson nahm ein Maori–Mädchen beim Singen eines Volksliedes auf. Das kurze Video dokumentiert Natalies lebenslange Verbindung mit ihrer Herkunft – sie ist Maori - und deren Dokumentation in verschiedenen Werkblöcken. Als Fotografin und Videokünstlerin beschäftigt sie sich seit vielen Jahren mit Aotearoa, dem Maori-Namen für Neuseeland, und da speziell mit dem Thema Landkarten, Wegweiser und Navigation. Sie ist auch Treuhänder für die Maoris und erbte von ihrem Großvater die Rolle des Wächters des Maori-Lands an der Ostküste von Neuseeland.

 
Videostill aus "Kimiora–Moteatea, Tikapa Beach"
 
 

Ronnie van Hout

"Drinking Again", 2001

"House of the Rising Sun", 2002

Ronnie van Hout beschäftigt sich seit ein paar Jahren mit dem Thema des Selbstporträts, aber äußerst eigenwillig. So ist er selbst immer anwesend in seinen Videos, als Schimpanse, der malt oder trinkt. Das ist höchst unterhaltsam, aber reißt wie im Vorbeigehen wesentliche Fragen der menschlichen Existenz an.

Ronnie van Hout (* 1969) in NZ, ist nach dem Studium in allen Medien tätig und lebt heute in Melbourne, A

 
Videostill aus "Drinking again"
 

LISA CROWLEY

"Frontier", 2001

Das Video "Frontier" (2001) ist aufgenommen in den Sümpfen des Okefenokee National Parks in Georgia, USA. Für Lisa Crowley geht es in dieser Arbeit um die Konstruktion von Wildnis, die ihrer Meinung nach eigentlich schon lange nicht mehr existiert. Jede schöne oder interessante Landschaft wird heute bevölkert von Menschen, die sie festzuhalten suchen, von Fotografen wie Ansel Adams im 20. Jahrhundert bis zu den Touristen unserer Tage.

 
 

JANET LILO

"SWING", 2006

"RIVERSDALE KIDS", 2006

Janet Lilo beschäftigt sich mit Videokunst im Kontext von sozialem Umraum und sucht Antworten zu den gesellschaftlichen Probleme von heute. In Neuseeland bedeutet das auch, der Frage nachzugehen, wie Kinder und Jugendliche, gerade auch mit Maori-Hintergrund, sich ihren Platz in den Vorstädten suchen. Die Liebe zum Hiphop ist dafür sehr geeignet, auch um internationale Zusammenhänge klarzumachen. Wenn etwa ein Knirps von ca. 11 Jahren ein riesiges 50 Cent-T-Shirt anhat und rappt, was das Zeug hält, dann ist auch bei den "Riversdale Kids" die Globalisierung angekommen

Janet Lilo schloss letztes Jahr ihr Kunststudium an der Auckland University of Technology ab.

 
Videostill aus "Swing"
 
Videostill aus "Riversdale Kids"
 

LISA REIHANA

Native Portraits n.19897, 1999

Lisa Reihana ist Maori und arbeitet seit vielen Jahren sehr originell und innovativ mit ihren Wurzeln. Sie filmte Rollenspiele mit vielen Maori, um die alten Fotografien, die in Museen hängen, lebendig werden zu lassen. Dabei entstanden sehr eindrucksvolle Porträts, die aber auch die Probleme nicht verschweigen.

Lisa Reihana (* 1964) lebt in Auckland, wo sie auch geboren ist. Sie ist international erfolgreich und in vielen Ausstellungen vertreten.

 
 

JIM SPEERS

"Akropolis", 2004

Während eines Aufenthalts in Lettland filmte Jim Speers eine Fußballmannschaft, die aus ungeklärten Gründen in einem Eisstadion eintrifft. Ratlos und enttäuscht stehen die Sportler auf dem Eisfeld herum und warten auf eine Lösung der grotesken Situation, fremd und sichtlich verloren in dem ungewohnten Ambiente - eine subtile Metapher auf die politische Situation einiger Staaten im erweiterten Europa.

Jim Speers (* 1970) gehört zu den wichtigsten Künstlern Neuseelands der jüngeren Generation. Dieser Bedeutung wurde durch die Verleihung des Wallace Award im Jahr 2004 Ausdruck verliehen.

 
 

STEVE CARR

"Tyson", 2005

"Divepool", 2003

Auch Steve Carr (* 1976) ist als junger Künstler in allen Medien zu Hause und zeigt hier in seinen Videoarbeiten eine große Portion Witz. Wenn etwa der Hund in "Tyson" (2005) sich mit dem Herrchen angeifert um einen ausgelutschten Tennisball oder in "Divepool" ein Mann in voller Tauchermontur im Swimmingpool von zarten Grazien umschwommen wird, dann kommt Freude auf.

Steve Carr hat nach dem Studium an der Elam School of Fine Arts in Auckland die Blue Oyster Gallery in Dunedin mitbegründet und ist Mitglied von Auckland’s Artspace.

 
Videostill aus "Tyson"
 
 

MURRAY HEWITT

"BURNINGS", 2005

Murray Hewitt, Jahrgang 1969, schloss 2005 sein Studium an der Massey University, Wellington, NZ, ab. Seine Videoarbeit "Burnings" (2005) verbindet Elermente des reinen Dokumentarfilms, der die rituelle Verbrennung eines großen Zeichens – ein großes H - aufnimmt, mit ironischer Materialausstattung: Ein handeslübliches Rugbytor wird von einem Menschen in Kindergespenstkostüm in Brand gesetzt.

 
Videostill aus "Burnings"
 

JAE HOON LEE

"SUBWAY", 2002

"Subway" entstand im U-Bahnnetz von Seoul (Korea), wo Jae Hoon Lee (* 1973 in Seoul) zwei Monate lang ausschließlich die Haltestellen aufnahm. Aus diesem Material entstand dann eine eigentlich experimentelle Arbeit, da es dem koreanischen Künstler um die räumlichen, farblichen und sozialen Elemente und Konnotationen geht.

Jae Hoon Lee studierte zunächst in den USA, dann in Auckland, wo er auch heute lebt.

 
 

SEUNG YUL OH

"The ability to blow themselves up", 2005

Seung lässt Mitstudenten Luftballons aufblasen und nimmt die Reaktionen auf, wenn sie platzen. Sehr kurz und amüsant!

Auch Seung Yul Oh (*1981) ist Koreaner. Er studiert noch Kunst an der University of Auckland.

 
 

Peter Wareing

"Kill (3 parts)", 2006

Bei den eigentümlichen Videos von Peter Wareing, auf denen ein Mann von einem lautem Geräusch überrascht wird und wie nach einem Schuss zusammenbricht, geht es um die dunkle Seite Neuseelands: Trotz wunderschöner Natur kommt es immer mal wieder zu völlig unmotiviert scheinenden Gewaltausbrüchen. Symbolisert wird das hier auch mit dem formalen Mittel des Splitscreens, die zeitliche Ebene wird gebrochen und damit die Zeitlogik aufgehoben.

Peter Wareing wurde 1962 in New Zealand geboren, ging aber schon mit 18 Jahren nach New York, wo er 25 Jahre lang lebte und unter anderem als Galerie-Assistent für Galerie Lelong, Pace Wildenstein, Guggenheim Museum und Barbara Gladstone Gallery arbeitet. Er studierte an der New York Studio School Malerei, Zeichnung und Skulptur, bevor er mit 16 mm-Film und Video zu arbeiten begann. Neben eigenständigen Video-Arbeiten entstanden Dokumentationen (sein Film “ Joselow House” über eine Gruppe blinder und geistig benachteiligter Menschen in New York befindet sich gerade in der Postproduktion) von Theater- und Konzertaufführungen sowie Porträts von Künstlern. Peter Wareing erhielt mehrere Auszeichnungen auf Kurzfilm- und Dokumentarfilmfestivals.

 

Bio
Leonhard Emmerling

Leonhard Emmerling arbeitete an der Sammlung Prinzhorn, Heidelberg, an der Pfalzgalerie Kaiserslautern, den Krefelder Kunstmuseen und als Direktor des Kunstvereins Ludwigsburg. Er promovierte über "Die Kunsttheorie Jean Dubuffets". Seit Januar 2006 arbeitet er als Direktor von St Paul St Gallery und unterrichtet an der School of Art & Design, Auckland University of Technology, Aotearoa New Zealand.

 

Bio
Susanne Kaeppele

Susanne Kaeppele (geb. 1958) studierte nach Schreinerlehre und Geschäftsleitung des kommunalen Kinos Cinema Quadrat in Mannheim Kunstgeschichte in Heidelberg, Promotion. Seither als Freelancerin schreibend, sprechend, lehrend im Bereich Kunst und Film unterwegs.

 

Bilder von der Eröffnung

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Fotos von Claus Stolz
 

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68169 Mannheim
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Mittwoch 17:00 - 20:00 Uhr
Samstag 12:00 - 15:00 Uhr

Eröffnungen immer
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